Die Bidals, Barone von Asfeld

Der Tuchhändler Pierre Bidal vergrößerte sein Vermögen und seine gesellschaftliche Stellung durch eine gute Heirat im Jahre 1637. Er stieg in den Seidenhandel ein und belieferte neben den gehobenen Pariser Schichten und Noble des französischen Hofes sogar einige ausländische Höfe.
Die wichtigste Kundin wurde die schwedische Königin Christine, die er jedes Jahr für größere Summen mit Seide, Konfektion, Galanterie- und Bijouteriewaren belieferte. Weiterhin war er für ihre Geldgeschäfte in Frankreich zuständig. Man nannte ihn den „Bankier und Nippeshändler der Königin Christine in Paris.“
Doch ihre Schulden bei ihm stiegen und stiegen bis über 218.000 Reichstaler. Im Oktober 1653 verlieh sie Pierre Bidal den Baronstitel und verkaufte ihm die Herrschaft Harsefeld. Nach dem 30jährigen Krieg hatten die Schweden u. a. die Gegend um Harsefeld besetzt. Trotz großen Wertes dieser Güter waren ihre Schulden damit längst nicht getilgt.

Bei der Herrschaftsübertragung wurde Pierre Bidal durch seinen Sohn Claude vertreten. Den Miern und Köthern wurde befohlen, „die schuldige Heuer, den Pflichtzins, Zehnten, Hofdienst und Gefälle (an Pierre Bidal) zu entrichten“.
Inzwischen war Pierre Bidal von Ludwig XIV zum Gesandten Frankreichs in Hamburg ernannt worden. Von dem Tag an gehörte Pierre Bidal zu den „besseren Kreisen“. Er war übrigens ein sehr aktiver und wirkungsvoller Vertreter Frankreichs bei der Hanse.
Pierre hatte mehrere Söhne, von denen drei den Titel Baron von Asfeld (Baron d’Asfeld) trugen. Aus Harsefeld war also schon Asfeld geworden.
Sein Sohn Claude-François wurde 1667 in Hamburg geboren. Er war Marschall von Asfeld, und wegen seiner militärischen Verdienste wurde er 1734 auch Marschall von Frankreich.
Schon vorher wu
rde er 1719 von Ludwig XV zum Marquis von Asfeld ernannt. Damit erhielt Claude-François auch die Ländereien der Herrschaft von Jouy. Diese verkaufte er bald wieder, um 1728 einen noch beträchtlicheren Besitz zu erstehen, nämlich die Herrschaft und Grafschaft von Avaux.
Dazu gehörten die Orte und Herrschaften von  Avaux-la-Ville (heute Asfeld), Avaux-le-Château (heute Aveaux), Vieux (Vieux-les-Asfeld), Aire und Vauboison.
Und damit änderte sich der Name von Avaux-la-Ville in Asfeld, der heutigen Patengemeinde Harsefelds.
Claude-François setzte das Werk des Festungsbaumeisterns Vauban fort. In Briançon in den französischen Alpen führt heute noch die Asfeldbrücke über eine Schlucht.
Claude-François starb 1743. Sein Sohn Claude-Etienne, 1719 geboren, erbte die Titel Marquis und Baron d’Asfeld. Er fügte noch den des Baron d’Harsefeld hinzu. Eigentlich waren beide Titel dasselbe. Und außerdem gehörte ihm Harsefeld gar nicht mehr, denn schon 1689 hatte der schwedische König diese Ländereien wieder besetzt, sie nicht den Bidals ausgehändigt, im Gegenteil sie sogar 1719 an den englischen König abgetreten.

Jochen Zenker (Übernommen aus der Jubiläumsbroschüre von 1991)